Knorpeltransplantation
Autologe Chondrocytentransplantation

Hoffnung durch neues Behandlungsverfahren
Arthrose - eine Schreckensnachricht für rund 15 Millionen Menschen in Deutschland. Denn bislang bedeutete sie ein Leben, das nicht nur durch ständige Medikamenteneinnahme, sondern auch durch chronische Schmerzzustände und lebenslange, mangelhafte Bewegungsfähigkeit bestimmt wurde. Mit einer Knorpeltransplantation, der so genannten "Autologen Chondrocytentransplantation", können Betroffene im Frühstadium der Erkrankung jetzt dauerhaft vor diesem Schicksal bewahrt werden.

Wie funktioniert die Knorpeltransplantation?
Durch einen minimal-invasiven Eingriff (eine Arthroskopie) werden dem Patienten Knorpelzellen entnommen. In einem Speziallabor werden die Knorpelzellen vermehrt, bis so viele Zellen entstanden sind, um sie auf einer bioresorbierbaren Membran anzusiedeln. Dieses Häutchen, das sich im Körper nach einiger Zeit rückstandslos abbaut, wird in einem operativen Eingriff in das beschädigte Gelenk eingepflanzt. Der Eingriff wird über einen 3 bis 4 Zentimeter kleinen Schnitt durchgeführt. Dieses Verfahren bietet große Vorteile für den Patienten, denn bisherige Operationen waren immer größere Eingriffe, die häufiger zu Komplikationen während und nach der Operation führen konnten. Das wird durch die gewebeschonende Methode vermieden. Nach dem Einsatz der Membran entwickelt der Körper innerhalb weniger Wochen eigenen Gelenkknorpel. Das neuartige, innovative Verfahren der Knorpeltransplantation mittels der bioresorbierbaren Membran wird zur Zeit nur von wenigen Orthopäden in Deutschland angewendet. Das Verfahren eignet sich für alle Patienten, die sich im Frühstadium der Erkrankung befinden. Bei Betroffenen mit stark ausgeprägter Arthrose hilft diese Methode nicht. Hier können in vielen Fällen nur noch Maßnahmen ergriffen werden, die die Symptome verbessern, aber nicht mehr - wie bei der Knorpeltransplantation - die Ursachen beseitigen.

Nach der Knorpeltransplantation
Bereits in den ersten Wochen nach der Operation kann der Patient mit einem langsamen Belastungsaufbau beginnen. Auch vorsichtiges Rad fahren ist möglich. Nach etwa sechs Wochen ist in der Regel normales Gehen ohne Gehstöcke möglich, so dass der Patient rasch sein Alltagsleben wieder aufnehmen kann. Schon drei Monate nach dem Eingriff können Patienten ohne Probleme Rad fahren, walken oder Skilanglaufen. Selbst Belastungssportarten wie Aerobic (nach acht Monaten), sowie Fußball und Tennis (zwölf Monate) können von Menschen nach einer Knorpeltransplantation ausgeübt werden. Das bedeutet nach der notwendigen Regenerationsphase eine vollständige Heilung des Knorpelschadens am Knie.

Wer ist geeignet für eine Knorpeltransplantation?
Patienten mit einem lokal begrenztem Knorpelschaden am Kniegelenk oder Sprunggelenk.

Wer ist nicht geeignet für eine Knorpeltransplantation?
Patienten mit :
- stärkerer Arthrose
- stärkerer X - oder O-Beinstellung
- Patienten mit schweren Allgemeinerkrankungen

Die Kosten der Knorpelanzüchtung und Knorpeltransplantation wird von  Privatversicherungen in aller Regel übernommen. Bei gesetzlich Versicherten werden die Leistungen von der Krankenkasse nicht erstattet. Die Kosten für die Knorpelanzüchtung beträgt ca. 6000,- EUR. Ob ihre Gelenkbeschwerden ggf. durch eine Knorpeltransplantation behandelt werden können, sollten Sie mit ihrem Orthopäden und einem auf Knorpeltransplantationen spezialisierten Arzt besprechen. Zur genauen Einschätzung ist ggf. eine kernspintomographische Untersuchung (MRT) oder Arthroskopie erforderlich.

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